Regina Rupprecht    Praxis für Ganzheitliche Körpertherapie
Osteopathie in Düsseldorf.

Osteopathie

Was ist Osteopathie?
Im Kern handelt es sich bei der Osteopathie um einen ganzheitlichen medizinischen Ansatz. Ganzheitlich bedeutet, dass bei der Diagnose und Behandlung von Krankheiten und Beschwerden der Organismus des Menschen in seiner Ganzheit betrachtet und einbezogen wird. 

Hierbei unterscheiden die Osteopathen verschiedene körpereigene Systeme, wie z.B. den Bewegungsapparat, die Organe oder das Nervensystem sowie deren zum Teil sehr komplexes Zusammenspiel. Die Osteopathie hat den grundlegenden Gedanken, dass die freie Beweglichkeit und volle Funktion aller körperlichen Strukturen eine Voraussetzung für die Gesundheit des Menschen ist.

Die Geschichte der Osteopathie
Die Osteopathie ist unzertrennlich mit dem Namen Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) verbunden. Still beschrieb Ende des 19. Jahrhunderts als Erster diese völlig neue Art der Behandlung. Aus seiner Unzufriedenheit über die Möglichkeiten der klassischen Medizin entwickelte er eine eigene therapeutische Vorgehensweise. Er wollte die Medizin seiner Zeit "auf den rechten Weg zurückbringen", denn er war davon überzeugt, dass sie sich auf Irrwegen befand. Vor allem störte ihn, dass der Arzt sich als heroischer Heiler über die Natur und ihre Kräfte stellte. Aus seiner Beobachtung der Natur, seinem damaligen Verständnis der Wissenschaft und unter dem Einfluss seines kulturellen Umfelds entwickelte er seine eigenen medizinischen Prinzipien: Sie basieren auf der uneingeschränkten Funktion des menschlichen Körpers und bilden die Garantie für einen gesunden Organismus. Einschränkungen in der Mobilität der Gewebe, der Zirkulation und des Metabolismus sind auslösende Fehlfunktionen. Der Körper verfügt zwar über enorme autoregulative Kräfte und ist stets um Selbstheilung bemüht, diese Fehlfunktionen stören aber diesen Prozess. Im Fokus des Therapeuten liegt daher die Normalisierung der Körperfunktionen. 

Still gründete seine erste Schule in Kirksvill (USA) und bereits nach kurzer Zeit fand die Osteopathie den Weg über den atlantischen Ozean. Heute gibt es in fast allen Ländern der Erde Osteopathen und Osteopathie-Schulen, in denen Heilpraktiker, Ärzte und Physiotherapeuten in 4- bis 5jährigen Weiterbildungen zum Osteopathen geschult werden. 

Die Osteopathie entwickelte sich in den letzten 130 Jahren vom anfangs vorwiegend anatomisch begründeten Konzept weiter und legt besonderen Wert auf die Ganzheitlichkeit – im Sinne des Individuums, das in Kommunikation mit der Umwelt steht. Hierzu lieferte der aus Schottland stammende John Martin Littlejohn (1866-1947) die physiologischen Grundlagen. Heute hat sich die Osteopathie zu einer modernen, wissenschaftlichen Medizin entwickelt. Die Wissenschaftlichkeit ist darin begründet, dass sie auf den Grundlagen der klassischen Medizin basiert. Ihre Anwender belegen ihre Wirkungs- und Vorgehensweise folgerichtig zunehmend mit wissenschaftlichen Studien. 

Man unterscheidet die cranio-sacrale, viszerale und parietale Osteopathie. Diese Differenzierung ist aber nur schwer mit dem Stillschen Prinzip der Ganzheitlichkeit zu vereinbaren. Ein Schüler von Still, William Garner Sutherland (1873-1954) erklärte als erster das osteopathische Konzept im Bereich des Schädels. Dieser Bereich stellt bis heute den am schwierigsten zu erforschenden Teil des menschlichen Körpers dar und beinhaltet das komplexeste Gewebe, unser Nervensystem. Die cranio-sacrale Osteopathie muss aber unbedingt in der Gesamtheit der Betrachtung des Patienten gesehen werden, und nicht als losgelöster Teil einer Therapie. 

Ebenso differenziert man gelegentlich die Untersuchung und Behandlung der inneren Organe als viszerale Osteopathie. Schnell wird man aber feststellen, dass die inneren Organe unzertrennlich mit dem Nervensystem und den parietalen Geweben verbunden sind. Auch in diesem Teilbereich der Osteopathie gab es Pioniere: die beiden französischen Osteopathen Jean Weischenk und Jean-Pierre Barral.

Wie läuft eine osteopathische Behandlung denn eigentlich ab, wie gehen Osteopathen konkret vor?
Eine wesentliche osteopathische Behandlungsstrategie besteht darin, die Körperstrukturen eines Patienten von möglichst allen „Störungen“ zu befreien, welche ihre Beweglichkeit und Funktion einschränken. Dazu zählt zum Beispiel das Lösen von Verspannungen, von Verklebungen oder Blockaden. Durch die wiederhergestellte Bewegungsfreiheit kann der Körper seine Kräfte zur Selbstheilung wieder in vollem Umfang wirksam werden lassen, Leiden und Erkrankungen können durch körpereigene Kräfte gelindert oder beseitigt werden. Die Hände spielen bei der osteopathischen Diagnostik und Behandlung eine zentrale Rolle. Insofern versteht sich die Osteopathie nicht nur als eine ganzheitliche sondern auch als eine manuelle Medizin.

Die Grenzen der Osteopathie
Nicht bei allen Indikationen kann die Osteopathie helfen: So können akute Infektionen (Grippe, offene Wunden, bakterielle Entzündungen) nicht osteopathisch behandelt werden. Auch Tumor- oder andere schwere Organerkrankungen, schwere psychische Erkrankungen oder akute Unfallverletzungen sind mit Osteopathie nicht behandelbar.
Im Zweifel werde ich Ihnen immer anraten, einen entsprechenden Arzt zu konsultieren. Viele der genannten Erkrankungen können jedoch – in Absprache mit dem behandelnden Arzt – erfolgreich osteopathisch begleitet werden.